Forschung im Tierpark Hamm

Kann eine Zooführung die Kenntnisse über den Verlust der biologischen Vielfalt erweitern, das Interesse am Artenschutz steigern und die Verbundenheit mit der Natur stärken? Das hat der Tierpark Hamm in einer wissenschaftlichen Studie gemeinsam mit der Biologiedidaktik der Goethe-Universität Frankfurt anhand der stattfindenden Nachtführungen untersucht. Die Studie lief von April bis Oktober 2025. In den Führungen stand bei ausgewählten Tierarten vor allem die Frage im Fokus: „Warum geht die Biodiversität weltweit verloren?“. 

Positive Auswirkungen dank der Nachtführung

Die Teilnehmenden konnten nach der Führung nicht nur mehr Gründe für den Verlust nennen, gleichzeitig erhöhte sich auch das Interesse für das Thema Artenschutz. In einem Test, der vier Wochen nach der Führung stattfand, deutete sich ebenfalls bei den Teilnehmenden ein positiver Trend zur Naturverbundenheit an.


Regelmäßigkeit von Bedeutung

In Zoos sind regelmäßige Bildungsangebote, die Wissen vermitteln, Erlebnisse schaffen und immer wieder neue Impulse mitgeben, wichtig. Denn die Studie zeigt auch: nicht alle kurzfristigen Veränderungen bleiben langfristig bestehen.
Die Studie wurde im Fachjournal Environmental Education Research veröffentlicht.

Tierpark Hamm begrüßt neue Azubis

In diesem Jahr freut sich der Tierpark Hamm erneut über neue Auszubildende. Tim T. und Ben R. starten ihre Ausbildung in der Tierpflege. Während Tim bereits seit dem 1. August begonnen hat, geht es nun auch für Ben los. Beide haben durch ein Praktikum in den Beruf des Tierpflegers reingeschnuppert und sind als Ehrenamtler geblieben. 

Praxis und Theorie in der Ausbildung

Drei Jahre werden sie nun alles über den Beruf des Tierpflegers lernen. Während der praktischen Arbeit im Tierpark geht es für die Azubis auch zur Berufsschule. Dazu gibt es einmal in der Woche einen Azubiunterricht direkt im Tierpark. 

Tierpark Hamm unterstützt Artenschutz vor der Haustür

Der Tierpark Hamm und die ABU Biologische Station Soest arbeiten erneut zusammen, um eine bedrohte Tierart zu retten. Die Gelbbauchunke gilt in NRW als vom Aussterben bedroht. Bereits im vergangenen Jahr konnten durch die Kooperation rund 40 Unken ausgewildert werden. Nun sind es über 100 Gelbbauchunken! Sie wurden hinter den Kulissen im Tierpark Hamm geboren und nun in verschiedenen Naturschutzgebieten im Kreis Soest ausgewildert. 

Tierpark Hamm unterstützt langjährige Arbeit der ABU Soest

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich die ABU Biologische Station Soest für den Erhalt dieser Amphibienart ein. So zählte die ABU zeitweise nur fünf erwachsene Gelbbauchunken im Kreis Soest. „Wir merken, dass der Bestand nun aber wieder ansteigt. So haben wir in einigen Gebieten wieder rund 30 Tiere, die sich auch erfolgreich fortpflanzen.“, erklärt Christian Härting von der ABU Biologischen Station Soest.

Um diesen Erfolg zu ermöglichen, wurden verschiedene Naturschutzgebiete speziell für die Gelbbauchunke umgestaltet. Unken leben ursprünglich in Feucht- und Überschwemmungsgebieten und benötigen temporär wasserführende Biotope. Jedoch sorgte die extreme Hitze in den vergangenen Wochen für zahlreiche Probleme in den Naturschutzgebieten, die aktuell nahezu ausgetrocknet sind. Die ausgewilderten Jungunken wurden deshalb zunächst in Betonbecken ausgesetzt, die speziell auf die Bedürfnisse der Gelbbauchunken ausgerichtet sind. In diese Becken sollen in den nächsten Wochen weitere junge Gelbbauchunken ziehen, die aktuell noch im Tierpark Hamm wachsen. Christian Härting von der ABU Soest ist sehr dankbar über diese Zusammenarbeit: „Wir sind auf die Kooperation angewiesen, da der Tierpark Hamm das Know-how hat die Art zu halten, zu vermehren und zu züchten, sodass wir die zwischenvermehrten Gelbbauchunken in den Gebieten im Kreis Soest wieder auswildern können.“. 

Tierpark Hamm unterstützt verschiedene Artenschutzprojekte

Artenschutz ist eine zentrale Aufgabe einer jeden zoologischen Einrichtung. Der Tierpark Hamm setzt sich auf verschiedenen Wegen für unterschiedliche Artenschutzprojekte ein. So fließen jährlich mehrere zehntausend Euro in Artenschutzprojekte von Vereinen, wie „Rettet den Drill“, Plumploris e.V. oder in die Stiftung Artenschutz. „Das ist jetzt Artenschutz, den wir vor Ort betreiben.“, erklärt Kuratorin Felicitas Schulte aus dem Tierpark. 

Allerdings ist auch festzuhalten: Nicht alle, der über 100 ausgesetzten Gelbbauchunken werden überleben. Während die Tiere im Terrarium im Tierpark Hamm ein sicheres Leben haben, gibt es in der Natur u.a. Fressfeinde und die anstehende Überwinterung, die ein Überleben der Jungunken erschwert. „Zur erfolgreichen Artenschutzarbeit gehört auch, dass uns bewusst ist, dass leider nicht alle der ausgewilderten Tiere letztendlich das Erwachsenenstadium erreichen werden. Aber selbst wenn nur schätzungsweise jede fünfte ausgewilderte Unke als fortpflanzungsfähiges Tier die Population im Naturschutzgebiet stützt, ist dies schon ein riesiger Erfolg, der zum dauerhaften Erhalt dieser Tierart hier in der Region beiträgt.“, erklärt Tierpark Geschäftsführer Sven Eiber. 

Drei Personen mit Eimern in der Hand