Der Tierpark Hamm und die ABU Biologische Station Soest arbeiten erneut zusammen, um eine bedrohte Tierart zu retten. Die Gelbbauchunke gilt in NRW als vom Aussterben bedroht. Bereits im vergangenen Jahr konnten durch die Kooperation rund 40 Unken ausgewildert werden. Nun sind es über 100 Gelbbauchunken! Sie wurden hinter den Kulissen im Tierpark Hamm geboren und nun in verschiedenen Naturschutzgebieten im Kreis Soest ausgewildert.
Tierpark Hamm unterstützt langjährige Arbeit der ABU Soest
Bereits seit mehreren Jahren setzt sich die ABU Biologische Station Soest für den Erhalt dieser Amphibienart ein. So zählte die ABU zeitweise nur fünf erwachsene Gelbbauchunken im Kreis Soest. „Wir merken, dass der Bestand nun aber wieder ansteigt. So haben wir in einigen Gebieten wieder rund 30 Tiere, die sich auch erfolgreich fortpflanzen.“, erklärt Christian Härting von der ABU Biologischen Station Soest.
Um diesen Erfolg zu ermöglichen, wurden verschiedene Naturschutzgebiete speziell für die Gelbbauchunke umgestaltet. Unken leben ursprünglich in Feucht- und Überschwemmungsgebieten und benötigen temporär wasserführende Biotope. Jedoch sorgte die extreme Hitze in den vergangenen Wochen für zahlreiche Probleme in den Naturschutzgebieten, die aktuell nahezu ausgetrocknet sind. Die ausgewilderten Jungunken wurden deshalb zunächst in Betonbecken ausgesetzt, die speziell auf die Bedürfnisse der Gelbbauchunken ausgerichtet sind. In diese Becken sollen in den nächsten Wochen weitere junge Gelbbauchunken ziehen, die aktuell noch im Tierpark Hamm wachsen. Christian Härting von der ABU Soest ist sehr dankbar über diese Zusammenarbeit: „Wir sind auf die Kooperation angewiesen, da der Tierpark Hamm das Know-how hat die Art zu halten, zu vermehren und zu züchten, sodass wir die zwischenvermehrten Gelbbauchunken in den Gebieten im Kreis Soest wieder auswildern können.“.
Tierpark Hamm unterstützt verschiedene Artenschutzprojekte
Artenschutz ist eine zentrale Aufgabe einer jeden zoologischen Einrichtung. Der Tierpark Hamm setzt sich auf verschiedenen Wegen für unterschiedliche Artenschutzprojekte ein. So fließen jährlich mehrere zehntausend Euro in Artenschutzprojekte von Vereinen, wie „Rettet den Drill“, Plumploris e.V. oder in die Stiftung Artenschutz. „Das ist jetzt Artenschutz, den wir vor Ort betreiben.“, erklärt Kuratorin Felicitas Schulte aus dem Tierpark.
Allerdings ist auch festzuhalten: Nicht alle, der über 100 ausgesetzten Gelbbauchunken werden überleben. Während die Tiere im Terrarium im Tierpark Hamm ein sicheres Leben haben, gibt es in der Natur u.a. Fressfeinde und die anstehende Überwinterung, die ein Überleben der Jungunken erschwert. „Zur erfolgreichen Artenschutzarbeit gehört auch, dass uns bewusst ist, dass leider nicht alle der ausgewilderten Tiere letztendlich das Erwachsenenstadium erreichen werden. Aber selbst wenn nur schätzungsweise jede fünfte ausgewilderte Unke als fortpflanzungsfähiges Tier die Population im Naturschutzgebiet stützt, ist dies schon ein riesiger Erfolg, der zum dauerhaften Erhalt dieser Tierart hier in der Region beiträgt.“, erklärt Tierpark Geschäftsführer Sven Eiber.


