Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten stark im Artenschutz

Berlin, 09.11.2023 – Moderne Zoos sind lebendige Zentren des Artenschutzes und der Forschung. Sie setzen ihren Fokus auf das Tierwohl, sie sind dabei Orte der Bildung und Freizeit für alle. Über 42 Millionen Besucherinnen und Besucher besuchten im Jahr 2022 mindestens einen der Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), während über 1 Million Menschen aus allen Gesellschafts- und Altersschichten an den Bildungsprogrammen der Zoos teilnahmen. Der VdZ und seine Mitglieder setzen sich aktiv für den Schutz von bedrohten Tierarten ein. Im vergangenen Jahr haben VdZ-Mitglieder über 11 Millionen Euro für mindestens 155 Artenschutzprojekte in fast 60 Ländern bereitgestellt. Doch ihre Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt gehen weit darüber hinaus.

 

„Was haben die Scharnierschildkröte und der Europäische Feldhamster gemeinsam? Beide sind Beispiele für bedrohte Tierarten, die durch das Engagement der Zoos erhalten werden“, erklärt Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Beim Feldhamster ist vielen Menschen noch nicht einmal bewusst, dass er bei uns vom Aussterben bedroht ist. Auch in Deutschland sind wir dabei, heimische Tierarten zu verlieren. Die VdZ-Zoos kämpfen hier und auch in anderen Regionen der Welt gegen das Artensterben an.“

Mehrere Zoos in Deutschland unterstützen den Europäischen Feldhamster, wobei sich der Zoo Heidelberg seit fast zwanzig Jahren für sie einsetzt. In Europa haben Zoos gemeinsam mit Partnern viele weitere Tiere erfolgreich in ihren Lebensräumen ausgewildert. In 2022 haben unsere Zoos über 550 Wirbeltiere aus 18 Arten in die Natur entlassen, darunter Europäische Wisente, Alpensteinböcke, Europäische Wildkatzen, Ziesel, Bartgeier, Habichtskäuze, Moorenten, Waldrappe sowie Europäische Sumpfschildkröten und Gelbbauchunken.

Dabei gehen Zoos auch über die europäischen Grenzen hinaus, um bedrohten Tierarten zu helfen. So sind VdZ-Mitglieder unter anderem in Kambodscha oder Vietnam aktiv, teilweise in Kooperation mit Partnern vor Ort, teilweise mit eigenen Artenschutzzentren. Sie haben erfolgreich bedrohte asiatische Arten wie den Asien-Wollhalsstorch, die Amboina-Scharnierschildkröten oder den Indochina-Ährenträgerpfau in deren Lebensraum ausgewildert – alle diese Arten sind bedroht.

Diese Bemühungen verdeutlichen, dass Zoos nicht nur Orte der Freizeit sind, sondern lebendige Zentren des Artenschutzes und der Forschung. Sie tragen maßgeblich dazu bei, die biologische Vielfalt unserer Welt zu bewahren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Natur- und Artenschutzes zu stärken.
TEXT: VDZ

Die Wasserbock-Familie wächst weiter

Wir haben neuen Nachwuchs bei unseren Wasserböcken. Dieser süße Bock ist am Mittwoch, den 25. Oktober, zur Welt gekommen. Seit ein paar Tagen erkundet er die große Außenanlage. Dort hat er nicht nur die anderen Wasserböcke kennengelernt, sondern auch seine weiteren Mitbewohner: Die Elenantilopen und Kronenkraniche. Er hat eine sehr erfahrene Mutter an seiner Seite, die sich schon in den vergangenen Jahren häufiger über Nachwuchs freuen konnte. Sie passt gut auf ihr Jungtier auf - gibt ihm aber auch viel Freiraum.

Tierpark Hamm spendet 10.000 Euro an Artenschutzprojekte

Etwas Wein, Bier, Kaffee oder Gin – zur Abwechslung noch Yoga und zum Abschluss ein Bummel über den Kindertrödelmarkt. All dies konnten die Besucher in diesem Jahr im Tierpark Hamm erleben. Der Tierpark konnte damit den Teilnehmern nicht nur ein ganz besonderes Erlebnis bieten, sondern gleich noch etwas für den Artenschutz tun. Der Tierpark Hamm freut sich, dass in diesem Jahr mehrere qualifizierte Artenschutzprojekte mit insgesamt 10.000,- Euro unterstützt werden können.

Das Zootier des Jahres

Mit der Weingalerie Wöhrle, den Machern des Hammer Gins Herr Keulemann, dem Brauhof Wilshaus, Kaffeefuchs und der Bäckerei Ridder konnte der Tierpark bei verschiedenen Tastings Spenden für die von den deutschen Zooverbänden ins Leben gerufene Aktion „Das Zootier des Jahres“ sammeln. Auch die gesamten Standgebühren des Kindertrödelmarkts, der in diesem Sommer im Tierpark Premiere feierte, werden an dieses Artenschutzprojekt gespendet.
Für den Titel „Zootier des Jahres“ werden Tierarten ausgewählt, deren Bedrohung nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Die für das Jahr 2023 gewählten und in Süd- und Mittelamerika vorkommenden Aras verlieren vorrangig aufgrund der Abholzung des Regenwaldes immer weiter ihren Lebensraum.
Mit Spendengeldern aus dieser Aktion werden zurzeit stellvertretend Projekte für den Soldatenara in Ecuador und den Rotohrara in Bolivien unterstützt.

Stiftung Artenschutz

Sportlich erfolgreich waren in diesem Jahr auch zwei Yoga-Einheiten mit anschließendem „Stachelschwein-Füttern“, die der Tierpark Hamm zum ersten Mal zusammen mit der Hammer Yogalehrerin Rabea Kleschnitzki angeboten hat. Die Teilnahmegebühren dieser besonderen Aktion spendet der Tierpark an die Stiftung Artenschutz.
Die Stiftung Artenschutz ist eine Initiative von zoologischen Gärten, Tierparks und Naturschutzorganisationen. Die Stiftung unterstützt verschiedene Projekte, die sich für einen langfristigen Schutz und den Erhalt von bedrohten Tierarten und deren Lebensräume einsetzt. Dort gibt es derzeit unter anderem ein Gibbon-Projekt in Vietnam. Im Tierpark Hamm leben zurzeit zwei verschiedene Gibbon-Arten: Die Borneo Gibbons und Weißhandgibbons.

Artenschutzkarussell für Kinder

Doch nicht nur mit Hilfe der verschiedenen Veranstaltungen konnte der Tierpark Hamm Spenden sammeln. Ein großer Teil der Spendensumme ist durch das Artenschutzkarussell zusammengekommen, welches der Tierpark seit dem Frühjahr betreibt. Das Karussell ist ein grüner Spielpilz, mit dem Kinder fahren können. Mit dem Artenschutzkarussell unterstützt der Tierpark Hamm über das Jahr verteilt gleich mehrere Artenschutzprojekte. Neben dem „Zootier des Jahres“ und der Stiftung Artenschutz wurden im Jahr 2023 auch der Verein „Rettet den Drill“ und die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (kurz ZGAP) finanziell unterstützt.

„Rettet den Drill“ setzt sich für den Erhalt des Drills in seinem natürlichen Lebensraum ein. Dort stehen Zucht- und Auswilderungsprojekte in Nigeria und Kamerun im Fokus. Ebenso besonders unterstützenswert erachtet der Tierpark die Arbeit der Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz. Sie verfolgt das Ziel, besonders die weniger bekannten aber hochbedrohten Tierarten wie z.B. Pustelschweine, Gaviale und Salvadori-Weißohrsittiche und deren Lebensräume zu schützen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr namhafte Artenschutzprojekte finanziell unterstützen können“ freut sich Tierpark-Direktor Sven Eiber. „Artenschutz ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Zoologischen Einrichtung und unser Ziel muss es sein, die Anstrengungen diesbezüglich in Zukunft noch weiter zu intensivieren. Es spielt keine Rolle, ob es regionale Projekte vor der eigenen Haustür oder Projekte zur Arterhaltung in den entlegensten Teilen der Welt sind – jeder Euro, der dem Artenschutz dient, ist gut angelegt und wichtig zur Erhaltung der Biodiversität. Als kleinere Zoologische Einrichtung sind wir froh, dass wir z.B. mit der Stiftung Artenschutz und der ZGAP seriöse Partner an der Seite haben, die sich intensiv und erfolgreich um die Auswahl und das Monitoring verschiedenster Projekte z.B. in Indonesien oder Madagaskar kümmern. Unser Ziel muss es sein, den Besuchern die von uns unterstützten Projekte im Tierpark näherzubringen und Jung und Alt für den Artenschutz zu begeistern.“

Durch die gesamten Spenden in diesem Jahr gehen 3.500€ an das Zootier des Jahres, 2.500€ an die ZGAP, 2.500€ an die Stiftung Artenschutz und 1.500€ an Rettet den Drill e.V.. Der Tierpark Hamm bedankt sich bei den Veranstaltungspartnern für die Unterstützung und die Besucher des Tierparks in diesem Jahr, die diese Spende erst ermöglicht haben.